Zu Besuch bei Ludgar R.

In der Nähe von Köln gibt es einen kleinen Ort, der den Namen ‚Allerheiligen’ trägt. Dort haben wir Diakon L. besucht. Er erzählt über den Ort ‚Allerheiligen’ und über das Allerheiligenfest in seinen Kindertagen:

In einer alten Erzählung habe ich einmal gelesen, wie es – vielleicht- zur Namensgebung unseres Ortsteils gekommen ist. Da hieß es, dass die Bewohner eines neu angesiedelten Ortes sich überlegten, welchen Namen sie ihrem Ort, ihrer Gemeinschaft geben sollten. Und weil sie sich nicht auf einen bestimmten Heiligen als Patron einigen konnten, haben sie sich eben auf ‘Alle(r)Heiligen’ geeinigt.
Für mich hat das Fest ‘Allerheiligen’ einen konkreten Bezug zu den Menschen von heute: für mich ist es weniger das Fest derjenigen, die im Himmel weilen, sondern das Fest derer, die hier im Alltag das Heilige leben. Wichtig ist mir der Aspekt des „ins Leben hinein“, statt nur Rückschau zu halten.
Manchmal wünsche ich mir, wir könnten am Allerheiligentag eine Familienwallfahrt machen. Dann könnten wir diesen Aspekt des „ins Leben heute hinein Gutes/Heiliges tun und erleben“ vielleicht deutlicher spüren.
In unserer Pfarrgemeinde halten wir am Allerheiligentag zusammen Gottesdienst. Auch ein Friedhofsbesuch steht an, obwohl der ja inhaltlich erst am Allerseelentag sein sollte.

Mit der Familie gehen wir gemeinsam zum Friedhof. Zuerst wird die Oma abgeholt, dann besuchen wir die Verwandtengräber, zupfen manchmal noch am Grabschmuck und sprechen ein Gebet. Anschließend gibt es bei der Oma ein gemeinsames Essen.