Zu Besuch bei Miriam


Hallo, ich heiße Miriam, bin 10 Jahre alt und gehe in die 5.Klasse. Seit zwei Jahren bin ich Messdienerin in unserer Pfarrgemeinde. Ich habe noch einen Bruder, der Marius heißt und der jetzt Kommunionkind ist und eine kleine Schwester, die Julia heißt und in den Kindergarten geht. Hier seht ihr mich mit Oma, Papa und Mama.
Seit ich zur Kommunion gegangen bin, darf ich um Dreikönigen herum beim Sternsingen mitmachen. Und das geht so:
Zuerst treffen sich die Messdienerinnen und Messdiener ein paar Tage vor dem Sternsingen, um Gruppen einzuteilen und die Straßenbezirke zu verteilen. Wir hören die Geschichte von den Sterndeutern in der Bibel. Dabei trinken wir Punsch und essen Plätzchen.
Dann sprechen wir darüber, wofür wir eigentlich sammeln und wir ‚üben’ den Hausbesuch. Beim Sternsingen geht es nämlich um 2 Sachen: Zum einen wünschen wir den Menschen in den Häusern unseres Ortes ein gutes und gesegnetes neues Jahr. Zum anderen sammeln wir Geld für Kinder in Not. Am Ende basteln wir Kronen und jeder sucht sich ein Kostüm aus.
Am Sammelmorgen (meistens dem Samstag in der Woche um den 6.Januar; dann ist nämlich Dreikönigsfest) verkleiden wir uns und bekommen Sammelbüchsen und Kreidestücke. Dann gehen wir zusammen in die Kirche und der Pastor segnet uns und die Kreide und schickt uns los.
Wir klingeln an jeder Haustür in unserem Bezirk. Viele Leute sind freundlich und geben uns, wenn wir gesungen haben, Geld in die Sammelbüchse und meistens auch etwas Süßes für uns. Bei den meisten Leuten dürfen wir dann den Segensspruch an die Haustür schreiben: Wir schreiben die halbe Jahreszahl, dann die drei Buchstaben C, M, B mit Kreuzchen dazwischen und dann die andere Hälfte der Jahreszahl.
Die Buchstaben stehen für die lateinischen Worte, die bedeuten: ‚Christus segne dieses Haus’.

Manchmal treffen wir auf Leute, die nicht so freundlich sind. Dann versuchen wir, uns nicht zu ärgern. Die wissen vielleicht einfach nicht, wofür wir sammeln und dass wir Ihnen eigentlich nur ein schönes neues Jahr wünschen wollen
Zwischendrin wärmen wir uns bei einer Gruppenleiterin zuhause mit etwas Kakao auf. Und mittags essen alle Sternsinger zusammen im Pfarrheim.

Übrigens geht das Geld immer an eine Organisation, die Kindern in Not in aller Welt hilft. Als ich zum ersten Mal Sternsingerin war, haben wir zum Beispiel für Kinder in China gesammelt. Dort dürfen die Eltern nur ein Kind bekommen. Wenn sie mehrere Kinder haben, dann dürfen diese Kinder nicht zur Schule gehen und wenn sie krank sind, haben sie kein Recht auf ärztliche Hilfe. Mit dem gesammelten Geld wurde zum Beispiel eine Lehrerin für diese Kinder bezahlt, damit auch sie etwas lernen und später einen Beruf haben können. Und es wurden Medikamente und Krankenstationen unterstützt, die für solche ‚zweiten und dritten’ Kinder da sind.

Am Sonntag nach dem Sternsingen dürfen wir als Könige in die Kirche gehen.

Ich freue mich schon auf das nächste Sternsingen. Und dann ist mein Bruder auch dabei.

Anmerkung der Redaktion: Miriams Bericht ist nun schon einige Jahre alt, aber für euch sicher immer noch interessant. Die Sternsinegraktion wird übrigens in diesem Jahr zum 51. mal durchgeführt!