Zu Besuch bei Charlott Marie


Hallo, ich heiße Charlott Marie und "ich wor de Jungfrau" des Kinder-Dreigestirns im Kölner Karneval 2006.
Ich habe 2 Brüder und eine Schwester und wohne mit meiner Familie in Köln-Vogelsang. Auf dem Foto bin ich die Zweite von links.
Mit der Proklamation hatte alles angefangen: am 8. Januar wurde ich zur Jungfrau im Kölner Kinder-Dreigestirn 2006.
Ich war ganz schön aufgeregt, denn wir (Bauer Benedikt, Prinz Dominik und ich) hielten dort das 1. Mal unsere Rede. Begleitet wurden wir von Frau C. und 10 Pagen und Gardisten der Bürgergarde Blau-Gold mit denen ich mich gut verstand.
Von da an hatten wir fast jeden Tag Auftritte: manchmal einer, manchmal zwei, drei, vier oder fünf, an einem Tag waren es sogar sieben.
Eine Woche vor Karneval haben wir in unserer Pfarrkirche eine Messe gefeiert. Wir haben darum gebeten, dass es gutes Wetter gibt und alle im Karneval Spaß haben und dass niemand bei den Zügen etwas passiert. Das Dreigestirn hat die Fürbitten vorgelesen und eine Kerze wurde auch gesegnet.
An Weiberfastnacht hatten wir fünfzehn Auftritte, trotzdem ist mir nie langweilig geworden. Es war sehr anstrengend, hat aber sehr viel Spaß gemacht. Vor dem Schull-und Veedelszoch waren wir beim Bürgermeister. Dann gingen wir auf eine Tribüne vor dem Rathaus.
Das große Dreigestirn folgte uns. Hier sehr ihr mich mit der 'großen' Jungfrau. Für alle Nicht-Kölner: die wird immer von einem Mann dargestellt!
Das Beste waren für mich schließlich die Züge. Rosenmontag fuhren wir 5 Stunden durch die Kölner Innenstadt und die Leute riefen uns zu „Kamelle, Kamelle!“ Es war ein tolles Gefühl oben auf dem Wagen zu stehen. Es war zwar kalt und zwischendurch schneite es, aber das machte uns nichts aus, weil wir in guter Stimmung waren.
Während für das große Dreigestirn schon alles vorbei war, fuhren wir Dienstag noch auf dem Zug in Ehrenfeld mit. Nachdem wir bei Familie C. Verabschiedung feierten, war ich sehr traurig, dass alles vorbei war. Es war eine sehr schöne Zeit und diese Zeit werde ich nie in meinem Leben vergessen.
Aber auch nach der Karnevalszeit langweile ich mich nicht: In meiner Freizeit lese ich leidenschaftlich gern, schwimme, spiele Klavier und Querflöte und singe im Mädchen-Chor am Kölner Dom.
Manchmal haben wir auch Auftritte in der Oper (Hänsel und Gretel, La Bohème), die mir besonders Spaß machen. Später möchte ich gerne Opernsängerin werden oder als Erzieherin arbeiten.