Wie es früher war


Frau Gehrmann

Frau Gehrmann hat schon auf den Palmsonntag-Seiten erzählt, wie es früher zuging. Hier könnt Ihr lesen, was am Gründonerstag so passierte:

"Am Gründonnerstag gingen wir in den Gottesdienst. Beim Gloria spielte die Orgel noch einmal ganz laut und die Glocken läuteten. Das klang sehr feierlich. Wir wussten, dass die Glocken nun bis Ostern nicht mehr läuten würden. Es war in der Kirche und auf den Straßen Stille bis zum Ostermorgen. Unterbrochen wurde die Ruhe nur um 12 Uhr. Damals wurde jeden Mittag um 12 Uhr der 'Engel des Herrn' geläutet. Aber ab Gründonnerstag bis Karsamstag schwiegen ja die Glocken. Da gingen stattdessen um 12 Uhr die Jungen durch die Wege, klapperten mit einer großen Holzklapper und sangen dazu: 'Ihr Christen, erhebt euch zum Herrn und betet den Engel des Herrn'. Um 18 Uhr taten sie desgleichen."

Haus Salem

Von diesem Brauch erzählen auch die Bewohnerinnen von 'Haus Salem', einer Wohnstatt für ältere MitbürgerInnen. Dort haben wir einen Besuch gemacht und die alten Damen nach ihren Erinnerungen befragt. Eine Dame erzählt:
"Da die Glocken nicht geläutet wurden, gingen die Schulkinder um 6 Uhr, um 12 Uhr und um 18 Uhr mit Klappern und Ratschen durchs Dorf, um die Menschen ans Beten und wohl auch an die Uhrzeit zu erinnern. Damals hatten ja längst nicht alle Menschen eine Uhr!"