Zu Besuch bei Johanna und Michael


Wir sind Johanna und Michael. Heute ist Karfreitag. Wir denken heute an den Tod Jesu. Das war vor ungefähr 2000 Jahren. Alle Kommunionkinder unserer Pfarrgemeinde kommen heute zusammen, um zu hören, was damals geschehen ist. Und um zu erfahren, was das mit uns heute zu tun hat.
Frau Barthold, unsere Gemeindereferentin, liest uns die Geschichte aus der Bibel vor. Dazu schauen wir uns Tafeln aus Bronze an, die rund um unsere Kirche in Mauernischen zu sehen sind.
Wir schauen uns die Bilder gemeinsam an. Herr Dr. Conrad-Peter Joist, ein Künstler aus unserer Gemeinde, hat die Bildtafeln entworfen. Er hat die Geschichte, die wir heute hören, auf eine ganz besondere Art dargestellt: man sieht nicht die ganzen Menschen, sondern nur deren Hände.
Zu jedem Bild tragen wir eine Kerze mit. Sie ist ein Bild für Jesus: er will für uns Menschen so hell und so warm wie ein Licht sein.
Am ersten Bild: Jesus wird verurteilt.
Pilatus hat Jesus zum Tod verurteilt und sich dann die Hände gewaschen, um den Menschen zu zeigen, dass er unschuldig ist.
Auch wir verurteilen manchmal andere und tun dann so als hätten wir keine Schuld, deshalb waschen wir auch unsere Hände.
An der zweiten Station: Jesus wird mit Dornen gekrönt.
Das hat sicherlich sehr wehgetan. Unsere kleinen Dornenzweige, die wir um die Jesuskerze legen, haben nur kleine Dornen. Wir legen diese Zweige hierhin für die vielen kleinen Verletzungen, die wir anderen beigebracht haben. Oft ohne es überhaupt zu merken.
An der dritten Station: Jesus nimmt das Kreuz.
Das Bild zeigt wie die Hände von Jesus das Schwere Kreuz tragen. Das müssen wir nicht, aber oft haben wir auch Sorgen, die ganz schwer auf uns liegen. Deshalb legen wir aus schweren Steinen ein Kreuz vor diese Station.
An der vierten Station stellt Hannah unsere Kerze zum Bild.
Hier geht es darum, dass Jesus auf seinem Weg mit dem Kreuz seiner Mutter Maria begegnet.
Für eine Mutter ist es sicherlich unendlich traurig zu sehen, wie ihr Sohn wie ein Verbrecher das schwere Kreuz durch die Straßen tragen muss. Sie hat bestimmt geweint.
Wir legen für die Menschen, mit denen wir mitleiden, eine Träne auf das blaue Tuch.
Auch wir überlegen, wo wir Schweres und Trauriges erlebt haben - jeder denkt still darüber nach. Und wer möchte, darf - stellvertretend für seinen Kummer - eine Träne an dieser Station ablegen.
Die fünfte Station: Jesus fällt unter dem Kreuz.
Hinfallen kennt jede und jeder von uns. Wir tragen dann aber nicht so ein schweres Kreuz. Damit wir es uns besser vorstellen können, legen wir uns alle einmal auf die Erde. Die Steine sind ziemlich hart und kalt.
Die sechste Station: Jesus stirbt am Kreuz.
Die Soldaten haben Jesus mit großen Nägeln ans Kreuz geschlagen. Eine ganz grausame Hinrichtungsmethode der Römer war das, sagt uns Frau Barthold.
In der Bibel steht, dass Jesus nachmittags dann um drei Uhr gestorben ist.
Die letzte Station: Jesus im Schoß seiner Mutter.

Nach seinem Tod wurde der Leichnam Jesu seiner Mutter in den Schoß gelegt.

Unsere Kerze steht nun an diesem Bild. Aber ihr seht auch schon die Schüssel mit Blumen.
Michael breitet ein schwarzes Tuch aus...
... und wir legen Blutstropfen (keine echten, sondern Papp-Tropfen) darauf. Jesus hat sein Blut vergossen er ist gestorben. Für Maria war das sicher der größte Schmerz in ihrem Leben, wie ein Stich ins Herz.

Heute wissen wir: Jesus ist nicht im Tod geblieben. Nach 3 Tagen ist er auferstanden. Darüber freuen wir uns. Wir legen Blumen zu den Blutstropfen: Gott macht alles gut.
Nun ist unser Kreuzweg zu Ende. Gemeinsam beten wir das Vater unser. Das ist ein Gebet, dass Jesus selber seinen Freunden beigebracht hat. Wir wissen: Gott hat seinen Sohn Jesus Christus vom Tod auferweckt. Gott ist auch unser Vater.

Wir freuen uns schon auf das Osterfest!