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Bibeltext

Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.
Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?
Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.
Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.
Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.
Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.
Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.

Bibeltext Joh 6, 51-58

Für Kinder

Jesus sagt Dir:
„Glaube an mich!
Ich verschenke mich an Dich, ganz und gar, mit Fleisch und Blut.
Ich will für Dich sein das lebendige Brot, das vom Himmel kommt.
Wenn Du von diesem Brot isst, dann nimmst Du mich in Dich auf.
Wir verbinden uns – Du bleibst in mir und ich bleibe in Dir.
Und Gott lebt in Dir für immer.“
(Norbert Koch)

Für Erwachsene

Im heutigen Evangelium frönt der Evangelist Johannes wieder seiner Neigung zu Wortspielen. Das ist für ihn keine Frage des Humors, sondern der scharfsinnigen Unterscheidung. Denn dass ein und derselbe Begriff zwei ganz verschiedene Bedeutungen hat, für die Juden die alltägliche und für Jesus eine theologische, zeigt besonders deutlich auf, worum es im Glauben geht.
Hier geht es um den Begriff Brot. Wenn sich Jesus als das lebendige Brot bezeichnet, will er erst mal aufgreifen, dass es ums Weiterleben geht. Denn Brot als Grundnahrungsmittel hält den Menschen am Leben. Aber Brot ist tot. Und der Mensch kann so viel davon essen wie er will, er stirbt am Ende trotzdem.
Im Wortspiel nennt sich Christus deshalb das lebendige Brot. In Jesu theologischer Sprache verdeutlicht dieser Begriff, dass auch der Glaube Nahrung braucht, um weiterzuleben. Die Ernährung des Glaubens braucht aber keine besonderen spirituellen Übungen oder spektakuläre Aktionen, sondern einzig den Christus, das menschgewordene Wort Gottes, die Frohe Botschaft in Menschengestalt. Denn unser Glaube beruht einzig auf dem Hören dieser Botschaft. Dass wir Gemeinschaft mit Gott zu haben, müssen wir uns jeden Tag neu sagen lassen. Dass wir in einer Liebe geborgen sind, die jedes irdische Maß sprengt, können wir uns nicht ausdenken; das müssen wir mit offenen Ohren und Herzen hören. Dass wir ewiges Leben haben, das jeden Tod überdauert, muss uns erst durch Christus offenbart werden. Außerhalb der Frohen Botschaft von Gottes grenzenloser Liebe wartet nur der Tod.
Deswegen feiern wir im Sonntagsgottesdienst nach dem Hören des Evangeliums Eucharistie, denn wie könnten wir schöner unserer Freude und Dankbarkeit für Gottes bedingungslose Liebe Ausdruck verleihen als mit einem Festmahl? Dazu auf allerhöchste Einladung?

(Diakon Dr. Andreas Bell)