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Kirchenraum für Kinder und Familien

Kirchenraum für Familien und Kinder

Kirchen sind Orte der Begegnung, des Gebets und der Gemeinschaft. Doch wie können wir diesen Raum auch für die Kinder und Familien ansprechend gestalten? Als wichtiger Teil unserer Gemeinden sollen sie sich willkommen und wohl fühlen. Durch eine kindgerechte Gestaltung des Kirchenraums können wir dazu beitragen, dass auch sie die Freude am Glauben entdecken.

Von einer Familienoase mit besonderen Spieleteppichen und Kissen bis hin zu interaktiven Elementen - es gibt viele Möglichkeiten, den Kirchenraum für Kinder und Familien attraktiv zu gestalten. Wir möchten hier Anregungen geben, Ideen zu entwickeln, wie Gemeinden ihren Kirchenraum zu einem Ort machen können, an dem sich alle Generationen zuhause fühlen. 

Gestaltung einer Familienoase

Lesen, spielen, ausruhen, malen, einen eigenen Platz finden und einfach von hier aus den Gottesdienst mitfeiern? Das ist die Idee von „Familienoasen“! Sie bieten Kindern und Familien einen Raum im Raum, einen Ort zum Wohlfühlen, ein Ort des Willkommens. 
Und: Sie bieten einen Orientierungs- und Treffpunkt für Familien in den Kirchen. Eine "Familienoase" hat einen Wiedererkennungseffekt und setzt das Signal: Familien sind willkommen! 

Gerne unterstützen wir Euch dabei, solche „Familienoasen“ in Euren Kirchräumen (aber auch an anderen Orten) einzurichten. Wir haben zwei Themenwelten für Euch vorbereitet: „Jesus und die Kinder“ und „Arche Noah“. Zu diesen beiden Themen könnt Ihr für eine Schutzgebühr bei uns aufeinander abgestimmte Kissen und Teppiche bestellen. Alle Produkte sind auf die Bedürfnisse von Kindern abgestimmt. Die technischen Details und Bilder findet Ihr wie das Bestellformular unten.  Außerdem bieten wir Euch weitere Anregungen für die Ausgestaltung der "Familienoasen" wie Malbretter, Bücher und anderes.

Gestaltet eine Familienoase als Ort der Begegnung, der Gemeinschaft und des Wohlfühlens! Entdeckt unsere Materialien und Anregungen und lasst Euch inspirieren! 

Bei Fragen könnt Ihr Euch gerne an uns wenden familien234@erzbistum-koeln.de. 

Beispielbilder von Familienoasen :So sehen Familienoasen vor Ort aus

17 Bilder

Beim Mouse-Over und "Klick" auf das Bild werden die Orte der Familienoasen angezeigt!

Jesus und die Kinder

Kirchenraum für Kinder und Familien

Teppiche

Erhältlich in den Maßen:

  • 125 x 200 cm -   70 Euro + 14 Euro Versand
  • 170 x 300 cm - 140 Euro + 14 Euro Versand

Produktbeschreibung Teppich

Oberflächenstruktur cutpile, kurzgeschorenes Velour
Garn: 100% Polyamid PA , getuftet, 1/10" Schnittflor
dicht gewebt mit ca. 205.000 Noppen pro m2
Garn ÖKOTEX 100 Standard
Rückseite: Latex anti-rutsch Beschichtung
Ränder geschnitten, gerade Ecken
gesamt Gewicht +/-1180 g/m2
Höhe: Pol ca. 4 mm, gesamt ca, 5 mm
Farben: Full Color Print (jede Farbe, jedes Design)
feuerresistent / fire retardant cfl-s1
waschbar Maschinenwäsche 30° C
Ursprungsland: Europäische Union
Waren-Zolltarifnummer
Intrastat Nr. 57032999

Jesus und die Kinder – Rückseite blau - 14 Euro + Versand

Kissen für Familienoase

beide Seiten blau - 10 Euro + Versand

Kissen für Familienoase

Jesus und die Kinder – Rückseite grün - 14 Euro + Versand

Kissen für Familienoase

beide Seiten grün - 10 Euro + Versand

Kissen für Familienoase

Jesus und die Kinder – Rückseite orange - 14 Euro + Versand

Kissen für Familienoase

beide Seiten orange - 10 Euro + Versand

Kissen für Familienoase

Produktbeschreibung Kissen

45 cm x 45 cm

bedruckter Stoff
100% Baumwolle (CO)
Stoff uni
65 % Baumwolle (CO), 35 % Polyester (PES)
30°C Feinwäsche

Arche Noah

Teppich 190 x 190 cm - 150 Euro + 20 Euro Versand

Kirchenraum für Kinder und Familien

Produktbeschreibung Teppich

Oberflächenstruktur cutpile, kurzgeschorenes Velour
Garn: 100% Polyamid PA , getuftet, 1/10" Schnittflor
dicht gewebt mit ca. 205.000 Noppen pro m2
Garn ÖKOTEX 100 Standard
Rückseite: Latex anti-rutsch Beschichtung
Ränder geschnitten, gerade Ecken
gesamt Gewicht +/-1180 g/m2
Höhe: Pol ca. 4 mm, gesamt ca, 5 mm
Farben: Full Color Print (jede Farbe, jedes Design)
feuerresistent / fire retardant cfl-s1
waschbar Maschinenwäsche 30° C
Ursprungsland: Europäische Union
Waren-Zolltarifnummer
Intrastat Nr. 57032999

Eisbär Rückseite dunkelblau - 14 Euro + Versand

Kissen für Familienoase - Arche Noah

Eichhörnchen Rückseite beige - 14 Euro + Versand

Kissen für Familienoase - Arche Noah

Tiger Rückseite beige - 14 Euro + Versand

Kissen für Familienoase - Arche Noah

beiger Bezug - 10 Euro + Versand

Kissen für Familienoase - Arche Noah

dunkelblauer Bezug - 10 Euro + Versand

Kissen für Familienoase - Arche Noah

Produktbeschreibung Kissen

45 cm x 45 cm
bedruckter Stoff
100% Baumwolle (CO)
Stoff uni
65 % Baumwolle (CO), 35 % Polyester (PES)
30°C Feinwäsche

Familienoase Dropflag quadrat Familienoase Dropflag quadrat

Familienoase Dropflag

Diese Dropflag zeigt schon von Weitem, dass Familien willkommen sind. Ihr könnt sie in oder vor die Kirche stellen.

Technische Beschreibung: Unsere Dropflag hat die Maße 93 cm x 256 cm und hat 143,34 Euro gekostet.
Druckvorlage: Gerne schicken wir Euch die Druckvorlage und Ihr könnt eine oder mehrere Dropflags bestellen. Sendet uns einfach eine E-Mail.

weitere Ideen für die Ausstattung einer Familienoase

Materialien für Familienoase

Auf einem Igel-Malbrett oder einem Klemmbrett kann jeden Sonntag das Bibelbild des Tagesevangeliums zum Ausmalen angeboten und so eine Verbindung zu den Textes des Gottesdienstes geknüpft werden. Du findest alle Ausmalbilder auf bibelbild.de.

Materialien für Familienoase

Kinder lieben es, zu bauen, stapeln und gestalten. Bausteine aus Kork nehmen Kinder (und Erwachsene) gerne in die Hand. Es lassen sich zum Beispiel tolle Türme bauen, die beim Umfallen leiser sind als Holzklötze. Kork wächst nach. Es gibt verschiedene Formen, Farben und Sets.

Familienoase Tiere 2

Ganz begeistert sind Kinder, wenn sie - besonders auf dem Arche Noah Teppich - mit Tieren spielen können. Die Tiere gehen zu zweit in die Arche und kommen wieder hinaus und bevölkern die Erde (Teppich).

Hier stellen wir Euch einige Bücher für Eure Bücherkiste vor. Es gibt jeweils eine kurze Rezension. Bestellt die Bücher gerne bei Eurer KÖB (Katholischen Öffentlichen Bücherei) oder den Buchhandlungen vor Ort.

Vielleicht habt Ihr Zeit für einen Ausflug zum Altenberger Dom-Laden oder zur Steyler-Buchhandlung in Sankt Augustin. Dort gibt es eine größere Auswahl von religiösen Kinderbüchern zum Selber-Reinschauen.

Gebete

Psalmen für Kinder

Meine schönsten Kindergebete

Der Himmel ist eine Wolldecke

Meine liebsten Kindergebete

Glauben und Kirche

Erkläre mir unseren Glauben - Das Christentum

Mein Büchlein von der heiligen Messe

Bibeln und Bibelgeschichten

Mein kleines Bibel-Bilderbuch

Meine kleine Arche Noah

Jona und der Wal

Wie der Apostel Paulus um die Welt reiste

Meine Jesusbibel

Details zu: Maria - die Mutter Jesu

Sonstige Bücher

Der kleine Rebell

Steckbriefe

2023_sofakirche_i01d

Kurzbeschreibung | Vision | Idee

Die SoFa-Kirche (der Sonntag für Familien in der Kirche) ist ein Gottesdienstangebot für Familien: ein Gottesdienst, bei dem man gerne Zeit verbringt, sich erholen, Spannendes miteinander erleben und entspannt feiern kann. …auf einem unserer Kirchensofas, auf bunten Stühlen, Kissen, den Bänken und dazwischen.

"Kirche – bunt wie das Leben" ist unser Motto.

Angebot

Wir beginnen mit einem offenen Frühstück ab 09.30 Uhr. Ein reichhaltiges Frühstücksbuffet lockt einige schon pünktlich in den Pfarrsaal. Andere kommen später zum Frühstück oder frühstücken zu Hause und kommen dann erst… 

…zum zweiten Teil der SoFa-Kirche, der um 10:45 Uhr mit der Lesung des Evangeliums (in seltenen Fällen einer der anderen Schriftlesungen) beginnt. Anschließend geht es in die Kirche, zu vier bis fünf Workshops zum Schrifttext.

Ein Kreativangebot und der Spontanchor, der die Lieder für die Eucharistiefeier übt, sind immer dabei, dazu kommen wechselnde Angebote, die den Bibeltext inhaltlich vertiefen (Bibliolog, Nachspielen, Bibelteilen, Einsatz von Erzählfiguren etc.) Kinder wie Erwachsene können völlig frei entscheiden, an welchem Workshop sie teilnehmen. Da alle im Kirchenraum bleiben, ist es dabei leicht möglich, dass Familien sich aufteilen.   

Gegen 11:30 Uhr feiern wir eine kurze Familienmesse mit schönen Liedern und Gebeten, ohne weitere Auslegung des Evangeliums.

Ort: Bonn-Limperich (Kirche und Pfarrsaal Heilig Kreuz)
Öffnungszeiten: Einmal im Monat, sonntags von 9:30 Uhr bis ca. 13 Uhr
Träger | Gemeinde: Pfarreiengemeinschaft "Bonn – Zwischen Rhein und Ennert"
Ansprechpartnerin: Ursula Bruchhausen

"Projekt"fortschritt, (ist es schon alles fertig? Was muss noch geschehen?)

  • Trotz großer Begeisterung bei den Teilnehmenden ist es uns immer noch nicht gelungen, weitere Teammitglieder aus der Zielgruppe zu gewinnen.
  • Die gemeinsame Feier der Hochfeier wäre wünschenswert, ist aber durch die starke Anbindung des Teams auch an die Gesamtgemeinde schwierig. Wir experimentieren in diesem Punkt noch. 

Probleme bei der Realisierung

  • Z.Zt. ist die dauerhafte Umgestaltung der Kirche nicht möglich. Alle Spuren unsere missionarischen Projektes müssen nach dem Gottesdienst weggeräumt werden (Sofas, Stühle, Kissen und Decken)
  • Der Aufbau wird zusätzlich dadurch erschwert, dass um 9:30 Uhr in der Kirche eine Gemeindemesse stattfindet. Auch wenn wir der normalen Gottesdienstgemeinde inzwischen zumuten, dass Sofas, die große Leinwand und Kissen und Decken schon in der Kirche stehen, liegt hier ein Stressfaktor. 

Bisher gibt es keine Bereitschaft, die Gemeindemesse am SoFa-Kirchensonntag zu streichen, weil sie die bestbesuchte der Pfarreiengemeinschaft ist und die Zahl der Priester die Doppelung noch hergibt. 

Chancen des Angebots

  • Familien erleben Kirche und Gottesdienst, anders, nämlich attraktiv. Gelobt werden Kissen und Decken als Gemütlichkeitsfaktor, die bunten Farben wirken einladend, die Stimmung ist locker und festlich zugleich.  
  • Mit dem gemeinsamen Frühstück zu Beginn besteht die große Chance, Gemeinschaft zu erleben. In den vergangenen Monaten haben sich Familien neu kennengelernt; besonders "Vätergrüppchen" in regem Austausch sowohl beim Frühstück als auch in der Workshopphase sind zu beobachten.
  • Mit den verschiedenen Angeboten zum Evangelium ist es möglich, dass Eltern, jüngere und ältere Kinder jeweils ein für sie passendes Angebot zu finden. (Fast) alle können wirklich teilnehmen und sind nicht notgedrungen Begleitung der Hauptzielgruppe. 
  • Familien, die lange keinen Kontakt zur Gemeinde haben, fühlen sich auch im Gottesdienst nicht ausgeschlossen. Die Texte und Gebete werden wie die Lieder auf eine große Leinwand projiziert, so dass es unerheblich ist, wer diese auswendig kann. Auch bei der Messfeier ist es akzeptiert, dass die Kinder zwischendurch herumlaufen, liturgische Haltungen sind weniger verpflichtend als in deiner "normalen Messe".

kiki

Kiki – Kinderkirche Porz

Die Kiki hat das Schlagwort "Wir sind offen" und es bezieht sich sowohl auf den Raum als auch auf die Haltung, die hinter der Kinderkirche steht. Die Räumlichkeiten teilen sich in einen Begegnungsraum, in dem man bei Kaffee, Tee und fairen Produkten verweilen und sich austauschen kann. 

Der Gottesdienstraum ist elliptisch ausgerichtet und fördert den Gemeinschaftscharakter bei Gottesdiensten und Familienmessen. Das Mobiliar mit Stühlen und Hockern für Kleinkinder hilft den Familien und Kindern, sich willkommen zu fühlen. 

Der Erlebnisraum zur Bibel möchte die Hl. Schrift lebendig machen und Kinder anregen, sich spielerisch damit auseinander zu setzen. Auch Erwachsene erfahren Gedankenanregungen und haben die Möglichkeit, sich gemeinsam mit ihren Kindern oder mit anderen Erwachsenen zum Thema auszutauschen.

Die Kiki ist eine Kirche – es gibt einen Altar, einen Ambo und auch einen Tabernakel. Die Kiki ist kein Indoor-Spielplatz, aber die Kinder dürfen ihre Art der Glaubenserfahrung ausleben und erproben. Das darf auch spielerisch und bewegungsintensiv sein. 

Angebot

Kleinkindergottesdienste, Familienmessen, Offene Zeit, Aktionen v.a. rund um Schöpfungsverantwortung und zu Festen im Jahreskreis

Ort: Sportplatzstr. 7, 51147 Köln, Ortsteil Wahnheide
Öffnungszeiten: Di: Kiki-Chor ab 15.30 Uhr, Mi-Fr 14.30-16.30 Uhr
Träger | Gemeinde: Sendungsraum Porz 
Ansprechpartnerin: PR Franziska Wallot

"Projekt"fortschritt, (ist es schon alles fertig? Was muss noch geschehen?)

Die ersten Stationen im Bibel-Erlebnisraum sind fertig und sind vor allem für Kleinkinder ausgerichtet. Eine Station zu den Evangelisten orientiert sich mit Rätseln, etc. an Grundschulkinder. Die Taufstation am Eingang greift die Würde jedes Einzelnen auf. Die Innengestaltung im Gottesdienst- und Begegnungsraum ist fertig. Alles ist eigentlich ein Provisorium, da das Gebäude saniert und evtl. umgebaut werden soll. Auf dem Vorplatz wurden kindgerechte Spiele auf den Boden gemalt und in verschiedenen Aktionen Beete neu bepflanzt, ein Sandarium und ein Hochbeet angelegt. Das Konzept entwickelt sich immer weiter. Die Kiki ist ein verlässlicher und offener Ort für Kinder und Familien und zugleich ein Netzwerk, dass an anderen Orten unterstützt. Im Rahmen der Kita-Pastoral ist die Kiki ein wichtiger Akteur und Kooperationspartner der Familienzentren. 

Probleme bei der Realisierung

  • Skepsis in der Gemeinde, Finanzierung, Provisorium und bauliche Einschränkungen.
     

Chancen des Angebots

  • Klare Ausrichtung auf Kinder und Familien z.B. bei den Ostergottesdiensten lockt viele an – positive Wirkung
  • Die offene Haltung und die freundlichen Details in der Gestaltung kommen gut an. 
  • Austausch unter den Familien – Unterbrechungen im Alltag tun den Familien gut. Einfache Sprache und einfache Symbole helfen den Familien, den Glauben im Alltag zu verorten.
  • "Wir sind offen" als verlässliche Zusage: Jede*r Einzelne und jede Form von Familie ist willkommen.

LogoJona

Kurzbeschreibung | Vision | Idee

Die JONA! Familienkirche ist ein besonderer Ort in der Kirche Sieben Schmerzen Mariens, der speziell Kinder und junge Familien anspricht und deren Bedürfnisse berücksichtigt. Unsere Vision ist es, Leben und Glauben durch das Thema Wasser neu zu erschließen. Der Kirchenraum bleibt dabei auch für traditionelle Gottesdienste und Begräbnisfeiern der Gemeinde erhalten.

Das Projekt JONA! zielt darauf ab, ein Netzwerk innerhalb der gesamten Pfarreiengemeinschaft zu schaffen. Es bündelt Angebote, die sich besonders an Familien richten, und könnte ein zentraler Knotenpunkt für das katholische Familienzentrum Kaarst Büttgen werden.

Angebot

  • Regelmäßige Familiengottesdienste und -messen
  • Workshops und spezielle Veranstaltungen für Familien
  • Besondere Taufworkshops

Ort: Kirche Sieben Schmerzen Mariens, Am Pfarrzentrum 12, 41564 Kaarst Holzbüttgen
Öffnungszeiten: Aktuelle Angebote stehen auf der Homepage
Träger | Gemeinde: Pfarrgemeinde Sieben Schmerzen Mariens Holzbüttgen, Pfarreiengemeinschaft Kaarst/Büttgen
Ansprechpartnerinen: Nina Witte, Brigitta Berweiler

Fortschritte und Entwicklungen

  • Die JONA! Familienkirche in Kaarst hat schon viele positive Rückmeldungen von Familien erhalten. Regelmäßige Gottesdienste und Messen ziehen zahlreiche Familien mit Kindern bis zum Kommunionalter an. Wir konnten engagierter Eltern dazugewinnen, erste Workshops erfolgreich durchführen und unser Angebot weiter an die Bedürfnisse der Familien anpassen.

  • Die räumliche Umgestaltung der Kirche wurde im Januar 2024 größtenteils abgeschlossen und ist insgesamt positiv aufgenommen worden. Kleinere Anpassungen stehen noch aus, und wir haben viele weitere Ideen für die Zukunft.

Herausforderungen

Große Veränderungen wecken immer Hoffnungen und Erwartungen. Unser Ziel ist es, eine lebendige Beziehung zu den Familien zu pflegen und uns stets an deren Lebensrealitäten und Bedürfnissen zu orientieren. Dies erfordert Flexibilität und kontinuierliche Selbstreflexion.

Chancen des Angebots

  • Familien erleben Kirche und Gottesdienst auf eine einladende und kinderfreundliche Weise.
  • Durch die niederschwelligen Angebote fühlen sich Familien willkommen und eingebunden.
  • Der Austausch zwischen Familien wird gefördert, was zu einer stärkeren Gemeinschaft beiträgt.
  • Kinder können den Glauben auf spielerische und kreative Weise erfahren.

Familienkirchen als Erfahrungsräume des Glaubens

An vielen Orten im Erzbistum Köln und in anderen Diözesen wird mit großem Engagement an der Pastoral für Familien gearbeitet. Die aktuelle Situation der katholischen Kirche bei uns führt deutlicher denn je vor Augen, wie sehr ihre Zukunft von der Weitergabe des Glaubens, seiner Inhalte und Werte, an die heranwachsende Generation abhängig ist.1 Eigentlich wird die Kirche in jeder Generation neu aufgebaut. Und in jeder Generation bedeutet Familie-Sein, immer wieder neu zu verabreden, wie Christ-Sein gestaltet werden kann. 

Verantwortliche Katechetinnen und Katecheten, Pastorale Dienste und engagierte Ehrenamtliche u. a. in Pfarrgemeinderäten und Ortsausschüssen teilen allerdings die Erfahrung: Familien fehlt es in der "Kompliziertheit der Welt von heute" (vgl. Papst Franziskus, s. o.) an Räumen, sich mit der Glaubensweitergabe zu beschäftigen.2 Häufig können sie aus eigener Kraft ihren Alltag nicht mehr als den primären Ort der Glaubensweitergabe gestalten. Viele Eltern bedürfen mehr und mehr selbst der Glaubenserschließung und -stärkung. Sie brauchen Antworten auf die Frage nach der Bedeutung von Glauben – und der Rolle von Kirche, damit sie ihren Kindern diesen Glauben weitergeben können. Familien als Lernorte des Glaubens benötigen ihrerseits Orte, die ihnen helfen ihre Kraft wiederzufinden. Stärken kann auch die Erfahrung, an solchen Orten mit anderen Familien zusammenzukommen, um gemeinsam den Glauben (wieder) neu zu lernen und zu entdecken – vielleicht auch da, wo er für Familien keine Relevanz mehr zu entfalten scheint. 

Ein neuer Ansatz in dieser Richtung ist die Eröffnung einer Familienkirche, einer Profilkirche oder einer Familienoase (als Raum im Raum) in einem der Kirchengebäude einer pastoralen Einheit. 

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten oder schon entschieden haben, ein solches Projekt bei Ihnen vor Ort zu realisieren, dann erhalten Sie hier Hinweise, Tipps und Hintergrundinformationen für einzelne Schritte in Ihrem Pastoralraum. Unser Text folgt im Aufbau der Reihenfolge, in der Ihnen die verschiedenen Fragen begegnen, die zur Errichtung einer Familienkirche zu klären sind. Sie können aber auch zu einzelnen Themen springen, die für die Situation bei Ihnen vor Ort gerade wichtig sind. 

Ein wichtiger Hinweis noch: Es geht in diesem Beitrag vor allem um die Fragen, die mit der Suche nach einem geeigneten Raum und dessen Gestaltung zusammenhängen. Zuvor muss die pastorale Notwendigkeit dieses Projektes eindeutig geklärt sein. Die Inhalte, von denen dieser Raum lebt, sollten gesichert und grundsätzlich besprochen werden.

 (vgl. dazu die Ausführungen unter "2. Die ersten Klärungen“ im Abschnitt "Eine grundsätzliche Ausrichtung des Projekts festlegen"

1. Was ist eine Familienkirche?

Eine Familienkirche ist ein offener, niederschwelliger Ort – ein Kirchenraum, in dem Familien in ihrer Vielfältigkeit besonders willkommen sind.

Eine zunehmend häufigere Rückmeldung von in der Familienpastoral Engagierten lautet, dass Familien sich in Kirchenräumen "fremd“ fühlen. Dabei geht es nicht um das Gefühl der Andersartigkeit, die sich traditionell mit dem Erleben eines heiligen Raumes verbindet. Das Unbehagen beschreibt ein Gefühl des nicht Angenommenseins, das sich am Raum, seiner Gestaltung und Atmosphäre, festmacht. Er wird als nicht oder zu wenig zur Gegenwart gehörig wahrgenommen und als den Bedürfnissen von Kindern zu wenig entsprechend. 

An vielen Orten geben sich Pastorale Dienste und Teams von Engagierten deshalb große Mühe, bei der Gestaltung von Gottesdiensten die besondere Situation von Familien mit Kindern zu berücksichtigen. Stichworte dazu sind: geringere Aufmerksamkeitsspanne von Kindern, kindgerecht fassbare Vermittlung von liturgischen Vollzügen und Symbolen. Bei der Errichtung von Familienkirchen geht es aber um einen Schritt im Vorfeld: Für die Bereitschaft nämlich, sich überhaupt längere Zeit in einem Raum aufzuhalten oder sogar einen Gottesdienst zu feiern, ist das "emotionale Erleben von Räumen … von ausschlaggebender Bedeutung, denn davon hängt es ab, wie sich der Mensch dem Raum gegenüber verhält, ob er sich diesem zuwendet oder ob er sich abwendet, noch bevor er näher hingesehen hat."3 Dies gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen. Fehlt die Bereitschaft der Zuwendung zum Raum, greifen alle pastoralen Bemühungen sehr leicht ins Leere.

Familienkirchen sind Orte, die Familien als wohltuend erleben. Durch entsprechende Gestaltung eröffnen sie neue Zugänge zum Kirchenraum und zu den dort stattfindenden Feiern. 

Die ästhetische Gestaltung und Ausstattung von Familienkirchen wirkt ansprechend und einladend auf heutige Familien mit Kindern. Das schließt Überlegungen zur Farbgebung und Lichtstimmung bzw. Beleuchtung des Raumes sowie zu Ausstattung und kindgerechter Möblierung mit ein. Ziel ist es, auf diese Weise einen Raum zu eröffnen, der auch heutigen Familien, deren Leben eher kirchenfern verläuft, neue Sicht- und Erlebensweisen von Kirche ermöglicht. 

Familienkirchen kommen den Bedürfnissen heutiger Familien entgegen. Sie sind Oasen, in denen Kraft geschöpft werden kann zur Bewältigung des Lebensalltags.

Viele Familien haben zu kämpfen mit der Organisation ihres Alltags zwischen Arbeit, Kindertagesstätte bzw. Schule, Freizeitansprüchen und ihrem Familienleben. Papst Franziskus sieht ihre Herausforderungen inmitten der "Kompliziertheit der Welt von heute, wo viele einen hektischen Rhythmus leben, um überleben zu können."4 Familienkirchen bieten Möglichkeiten, zur Ruhe zu kommen, anderen zu begegnen, Gemeinschaft zu erfahren und mit sich selbst Kontakt aufzunehmen – Angebote, die der christlichen Tradition entsprechen. Sie können eine Insel der Stille sein in der alltäglichen Kommunikations- und Nachrichtenflut. Als Gegengewicht zu den Impulsen von außen helfen sie, das eigene Innere wieder zu erfahren, den Reichtum zu erkunden, der jedem Menschen innewohnt. Familienkirchen eignen sich als Orte des stillen Lesens und Nachdenkens, des leisen Gesprächs, des Zuhörens und Verweilens, des spielerischen Zusammenseins mit den eigenen Kindern, mit Kindern überhaupt. Vor allem laden Familienkirchen dazu ein, in der Stille das Gespräch mit Gott zu suchen, das Gebet. 

Familienkirchen sind ein neuer integrativer Weg, verschiedene pastorale Aktivitäten stärker miteinander zu verbinden.

Mit der Errichtung einer Familienkirche sind neben neuen Angeboten auch bestehende Aktivitäten des Gemeindelebens im Kirchenraum möglich, die bisher in anderen Räumlichkeiten ihren Ort hatten5: Katechese und Gottesdienst, Glaubensvermittlung und gemeinsamer Glaubensvollzug, Gebet und Gespräch. Vieles davon findet bisher bereits in Kindertagestätten, Schulen und Gemeinderäumen, im Netzwerk Katholisches Familienzentrum, statt. Was spricht nun dafür, katechetische und familienpastorale Angebote quasi in den Kirchenraum zu verlegen? 

Der Kirchenraum entfaltet im Vergleich mit anderen Räumen eine eigene Wirkung. Das liegt nicht nur an der besonderen Atmosphäre, sondern auch an der unmittelbaren Anschaulichkeit. So macht es einen qualitativen Unterschied, wenn ein Taufgespräch oder -workshop in unmittelbarerer Nähe zum Taufort stattfinden kann. Oder wenn Kirchenfenster, Heiligenbilder, die Gestaltung von Ambo, Altar und Tabernakel in ein Gespräch über Glauben und Kirche mit einbezogen werden können und vor allem Kindern greifbar vor Augen stehen. Die Hinführung zum Kirchenraum als Ort lebendiger Feier des Glaubens wird konkreter. Umgekehrt haben der Raum, seine liturgischen Orte und Bilder die Chance, direkt zu den Menschen zu "sprechen“, eine Erfahrung, die auch aus der Kirchenraumpädagogik bekannt ist.6 Die Verbundenheit mit dem Raum wird gestärkt. Das sind gute Gründe, den Kirchenraum stärker auch pastoral zu nutzen.7 Gleichzeitig ist bei der Gestaltung notwendig, seinen Charakter als Sakralraum zu bewahren. "Der katholische Kirchenraum hat sich in seiner 2000-jährigen Geschichte nie in der Funktion als Gemeindekirche für die Sonntagsmesse erschöpft."8

2. Die ersten Klärungen und Voraussetzungen

Sie brauchen Menschen, die das Projekt ‚Familienkirche‘ mittragen und entwickeln möchten. Sprechen Sie Interessierte aus Ihrer Pastoralen Einheit an: Menschen, die haupt- oder ehrenamtlich in der Familienpastoral engagiert sind und auch die Perspektiven von Kindern einbringen können (z. B. Leitung oder Mitarbeitende von Kindertagesstätten oder kirchlichen Büchereien sowie haupt- und ehrenamtlich in der Katechese Verantwortliche) oder die sich als Eltern beteiligen möchten. Halten Sie dabei von Anfang an die Ressourcen im Blick: Was ist ehrenamtlich leistbar? Wo liegt die Aufgabe der hauptamtlichen Kräfte? Vielleicht ergibt sich auch eine ‚Patenschaft‘ durch Kontaktaufnahme zu bestehenden Familienkirchen.

Damit das Projekt ‚Familienkirche‘ nachhaltig Bestand haben kann, sollten mindestens ein oder zwei Personen dabei sein, die sich das Vorhaben dauerhaft zu eigen machen und bereit sind, dafür Verantwortung zu übernehmen. Die Erfahrung zeigt auch, dass ab einem bestimmten Umfang später wenigstens eine Person hauptverantwortlich für die Koordination der praktischen Arbeit gebraucht wird. 

Der Weg zur Familienkirche ist ein gemeinsam gestalteter Prozess.

Welche Ziele sind für Sie vor Ort mit der Errichtung einer Familienkirche im Einzelnen verbunden? Wenn Sie sich noch einmal die Punkte im einleitenden Teil 'Was ist eine Familienkirche?‘ anschauen, wird deutlich, dass Sie verschiedene Schwerpunkte setzen können.

Dass die Gestaltung der Familienkirche in besonderer Weise den Bedürfnissen von Familien entgegenkommt und dafür sorgt, dass Eltern und Kinder sich im Raum zum Gottesdienst willkommen und aufgehoben fühlen, ist grundlegend. Sie sollten aber darüber hinaus die Chance nutzen, neue Ideen und Formen der Familienpastoral im Kirchenraum zu erproben, die auch die wachsende Zahl von Eltern mit ihren Kindern einladen, die sich von der Familienpastoral nicht (mehr) angesprochen fühlen oder aber damit gar nicht in Berührung gekommen sind. Den christlichen Glauben kennenzulernen oder zu erfahren, wie man sich in einem Kirchenraum bewegt und verhält: Das heißt für nicht wenige Menschen unserer Tage Neuland zu betreten.

Erklären, zum Entdecken einladen und Verständnis wecken sind Ansätze, die den Glauben erschließen können. In einer Familienkirche ergänzen sich Elemente klassischer Informationsvermittlung mit Möglichkeiten personaler Begegnung und Erfahrung. Entsprechend gibt es in Familienkirchen neben den gottesdienstlichen Angeboten sowohl Informationen – durch Tafeln und kindgerechte spielerische, interaktive Elemente – als auch Gespräche und Workshops, die dem Austausch dienen. Auf welche Weise Sie diese Ansätze gewichten wollen und können, sollten Sie vorab klären. 

Halten Sie immer im Blick, dass es bei der konzeptionellen Ausrichtung der Familienkirche darum geht, den Grundbedürfnissen von Kindern gerecht zu werden und ihnen Erfahrungsräume zu eröffnen. Nur so kann Persönlichkeitsentwicklung und Identitätsfindung von Kindern gelingen.9

Schätzen Sie ein, wieviel Raum (im buchstäblichen Sinn) Sie für die Realisierung Ihrer Ziele brauchen. So ist es möglich, einen kompletten Kirchenraum oder nur einen Teil, z. B. ein Seitenschiff oder eine Kapelle, in eine Familienkirche zu verwandeln. 

Beispiele für unterschiedliche Familienkirchen im Erzbistum Köln finden Sie hier. Wenn Sie zunächst nur in kleinerem Rahmen beginnen können oder wollen, lässt sich mit einer 'Familienoase‘ ein ansprechender Raum im Raum schaffen.

Neue Schritte bringen Veränderungen in Altgewohntes und können deshalb auch zu Verunsicherung und Besorgnis führen. Deshalb sollten Sie nach den beschriebenen Klärungsschritten innerhalb ihrer Gruppe von Mitstreitenden das Gespräch mit dem Pastoralteam suchen. Überlegen sie mit diesem gemeinsam, wer im Vorfeld informiert und mit einbezogen werden sollte – Transparenz sorgt für einen offenen und guten Austausch über alle ins Auge gefassten möglichen Neuerungen. Vor allem sollte das Anliegen in den Pfarrgemeinderat vor Ort eingebracht werden. Dieses Gremium, dessen gewählte Vertreterinnen und Vertreter die Leitung der Gemeinde in Fragen der Pastoral beraten sollen, kann eine grundsätzliche Empfehlung aussprechen, in der Pastoralen Einheit eine Familienkirche zu errichten. 

Aus den Gesprächen und Beratungen in den Gremien ergibt sich meist, welcher Kirchenraum am besten geeignet ist, um eine Familienkirche zu beherbergen, die Ihren Vorstellungen entspricht. Dabei spielen sicher Fragen der Lage und Infrastruktur eine Rolle (Ist die Kirche für alle gut erreichbar, die angesprochen werden sollen? Wie sieht die Verkehrsanbindung aus? Welche Rolle spielt ggf. der Parkraum? – Gibt es Schulen, Kindertagesstäten o. ä. in der Nähe?). Aber auch, ob eine Kirche vorrangig oder nur teilweise als Familienkirche genutzt werden soll, ist zu klären. Und ebenso, ob der ganze Kirchenraum oder ein Teilbereich (z. B. Seitenschiff, oder einer Kapelle) genutzt werden soll. 

Wenn eine Vorentscheidung über den Raum gefallen ist, ist es sinnvoll, den Raum selbst – am besten mit mehreren gemeinsam – einmal ganz in Ruhe zu begehen, zu betrachten und sich von ihm inspirieren zu lassen. Denn der Raum ‚macht‘ eigene Vorschläge. Da sind bestimmte liturgische Ausstattungsstücke sowie Bilder, Plastiken, Skulpturen und Fenster, die Impulse vermitteln können. Das kann sich durch ihre Motive, ihre Gestaltung oder durch ihre Position im Kirchenraum ergeben. Bitten Sie auch Vertreterinnen und Vertretern der Feiergemeinde, deren Raum Sie ausgesucht haben, dazu. Sie können mit ihrem Wissen über die Geschichte des Raums und ihrer Erfahrung mit dessen Nutzung eine solche Raumbegehung bereichern. Last but not least: die Perspektive der Kinder (s. dazu den folgenden Abschnitt).

Auch die Aufteilung und Gliederung des Raumes legt ggf. bestimmte Nutzungen nahe; sogar Material, Farbgebung und Licht können dazu einladen. Es ist eine schöne Erfahrung, sich auch auf (vermeintlich) bekannte Räume noch einmal intensiv einzulassen und dem nachzuspüren, was sie auslösen.

Durch diese Sensibilisierung kann am Ende ein stimmiges Ganzes entstehen, Raum und Konzept werden dann einander ergänzen (Vergleichen Sie dazu den Abschnitt "3. Die Veränderungen im Kirchenraum“). Und auch der Name sollte passen. Oft findet sich durch den Raum inspiriert ein Name für die Familienkirche.10 Dabei bleibt der Kirchenname – kirchenrechtlich der 'Titel‘ – des ausgesuchten Kirchengebäudes unberührt. Wie das zusammengeht, zeigen wiederum sehr gelungen die Beispiele aus dem Erzbistum Köln. Der Name kann vor allem in der Kommunikation (vgl. den vorhergehenden Abschnitt) eine große Hilfe sein – nicht nur intern, sondern auch für die notwendige Öffentlichkeitsarbeit. Er signalisiert, dass etwas Neues begonnen wird. Oft bietet er die Basis für ein professionelles Erscheinungsbild mit Logo und Ideen zur Werbung. Nach innen wirken Name und 

Erscheinungsbild verstärkt identitätsstiftend.

Ein besonderer Punkt bei der im vorigen Abschnitt beschriebenen Raumerkundung sollte der Blick von Kindern sein und ihre Art, sich mit einem Raum vertraut zu machen. Ganz allgemeinen lässt sich beobachten, wie sie spielen, wo sie sich verstecken, wie sie kreativ sind, wo etwas im Weg steht, wo sie sich verbinden und was sie beschäftigt. Kinder bewegen sich – was bewegt die Menschen?

Für den Kirchenraum wäre ein erster Impuls, um mit Kindern ins Gespräch zu kommen: "Ich habe eine Idee. Stell' dir vor es gibt eine Kirche nur für Kinder, wie müsste sie sein?" Davon ausgehend versuchen Sie in Erfahrung zu bringen: Was gefällt Kindern? Was wünschen sie sich? Wie würden sie den Kirchenraum umgestalten? Wo und wie möchten sie beten? Die Antworten und Reaktionen der Kinder werden dann visualisiert, gesammelt, gedeutet, in einen Austausch gebracht und in der Gestaltung aufgenommen bzw. berücksichtigt. So wird deutlich, was dabei hindert, den Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden. Aber auch, wo Kraftorte sind, wo Geborgenheit spürbar wird und wo Spielraum und Raum für Rituale ist.

Die Bänke müssen raus!11 – Eine besondere Frage, die bei einer veränderten Nutzung von Kirchenräumen erfahrungsgemäß oft Bedenken oder Unsicherheiten aufwirft, ist der Umgang mit den starren Kirchenbänken.

Dabei hilft es oft, sich zunächst einmal probeweise Raum im Kirchenraum zu verschaffen, im wörtlichen Sinn: "…eine Reduzierung der Bestuhlung und damit auch das Schaffen von Freiräumen ist immer schon Gewinn.“12 Gehen Sie schrittweise und behutsam vor.

Anders als Altar, Ambo, Taufbecken oder Tabernakel gehören Kirchenbänke nicht zur primären liturgischen Ausstattung, sind aber zusammen mit diesen und allen anderen Ausstattungsstücken bei der Weihe der Kirche mitgesegnet worden. Sie sind immer eindeutig als Teil einer Kircheneinrichtung identifizierbar und im Bewusstsein vieler Gläubigen fester Bestandteil ‚ihres‘ Kirchenraumes. Das Auslagern von Kirchenbänken oder ihre Reduzierung sollte gut mit der Gottesdienstgemeinde der betreffenden Kirche kommuniziert werden.13 Wie später auch für das gesamte Konzept aller Veränderungen im Raum, ist es mit den zuständigen Stellen des Generalvikariats abzustimmen.

Hilfreich ist hier der Hinweis, dass die Bänke für die Gläubigen erst relativ spät im Verlauf der Geschichte im Kirchenraum auftauchen (seit dem 15. Jhdt.)14. Die Deutsche Bischofskonferenz nennt 1988 in ihren "Leitlinien für den Bau und die Ausgestaltung von gottesdienstlichen Räumen“ Bänke und Stühle als nebeneinander bestehende Sitzmöglichkeiten.15 Die Entfernung von Kirchenbänken ist im Einzelfall abzuwägen mit dem berechtigten pastoralen Bedürfnis nach Veränderungen im Kirchenraum. 

3. Die Veränderungen im Kirchenraum

Nehmen Sie sich Zeit, darüber nachzudenken, wie der Raum und Ihr Konzept zusammengebracht werden können. Möglicherweise ergeben sich neue Impulse, die Sie berücksichtigen können und die Ihr Konzept bereichern. Es kann aber auch sein, dass Sie Ihr Konzept mit Blick auf den Raum verändern oder in Teilen zurücknehmen müssen – man kann nicht 'gegen‘ den Raum arbeiten, sondern nur mit ihm.

Wenn Konzept und Raum stehen, können Sie über die konkrete (Um-)Gestaltung des Kirchenraumes bzw. eines Raumteils nachdenken. Sie sollten zu diesem Zeitpunkt wissen, welche Anforderungen (z. B. Farbgebung) und welcher Bedarf an Ausstattung sich aus Ihrer Konzeption (s. oben) ergeben (z. B. je nach inhaltlicher Ausrichtung Sitz- und Aufenthaltsgelegenheiten, die auch kindgerecht sind; Orte zum Gespräch und Möglichkeiten zum Basteln, Informationstafeln u. a.). Fragen Sie sich, was für die Umsetzung Ihrer Ziele und die entsprechende Nutzung notwendig ist. Zwei übergeordnete Aspekte sind bei allen Planungsentscheidungen über konkrete Veränderungen im Raum wichtig: Der Kirchenraum ist zunächst ein heiliger Ort. Die Feier des Gottesdienstes bleibt auch nach der Umgestaltung eine wichtige "Funktion“ dieses Raume. Seine Gestaltung als Familienkirche sollte dabei aber zugleich dem Empfinden heutiger Familien entgegenkommen. Suchen Sie dazu unbedingt auch den Austausch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Feiergemeinde, deren Raum Sie ausgesucht haben.

Gehen Sie mit größtmöglicher Sensibilität an die konkrete Gestaltung des Raumes heran: Kirchen sind als geweihte oder gesegnete Orte für die Feier des Gottesdienstes und der Eucharistie heilige Orte, so das Kirchliche Gesetzbuch Codex Juris Canonici (CIC)16, sie ermöglichen die Begegnung mit dem Heiligen. Deshalb schützt der CIC diese Orte durch eigene Bestimmungen.17

Kirchen sind auch ein Zeichen für eine Dimension, die unseren Alltag übersteigt. Sie markieren "einen Ort, an dem Gott und die Menschen in Beziehung treten. Zugleich sind sie ein äußeres Zeugnis für die Präsenz christlichen Lebens und Wirkens. Diese Aussage steht für sich und wird von fast allen Menschen intuitiv verstanden, unabhängig von einer persönlichen Bindung zur Kirche“.18 Diese Erfahrungsräume gilt es zu schützen. 

Zu berücksichtigen sind bei allen Veränderungen auch die Anforderungen, die sich aus dem Charakter als Feierraum für Eucharistie, Sakramente (z. B. Taufe) und Gottesdienste ergeben. Eine veränderte Möblierung sollte Gemeinschaft – im Angesprochensein und Hören einerseits und im Singen und Ausrichten zum Beten andererseits – erfahrbar machen und genauso die vielfältigen Vollzüge einzelner Rollen und Aufgaben (Lektoren-, Kantoren-, Kommunionhelferdienste) in den unterschiedlichen Feiern ermöglichen.  

Die Heiligkeit und Zeichenhaftigkeit sowie die Funktion von Kirchen(räumen) bilden so immer die Grundlage aller Umgestaltungen des Raumes. Die Erfahrung mit bisherigen Umgestaltungen von Kirchenräumen zu Familienkirchen im Erzbistum Köln zeigt, dass es entlastend ist, die geplanten Veränderungen im Kirchenraum zunächst reversibel zu halten (d. h. ohne größeren Aufwand – wie z. B. bei baulichen Eingriffen gegeben – wieder rücknehmbar).19

Aussehen und Gestalt von Kirchen (und Kirchenräumen) standen immer in Beziehung zu ihrer Zeit. Sie lassen auch erkennen, wie sich das Selbstverständnis von Kirche im Laufe der Jahrhunderte gewandelt hat: “Frühchristliche Hauskirchen, altkirchliche Christusbasiliken, romanische Trutzburgen, gotische Lichthallen, barocke Himmelssäle, neugotische Mittelalterkopien und moderne Betonzelte – sie alle eint, dass es sich um christliche Kirchen handelt.“20 Häufig wurden bestehende Kirchen an den Geschmack und die Ästhetik ihrer Zeit angepasst (beispielsweise wurden romanische und gotische Kirchen ‚barockisiert‘).

So ist es legitim, auch heute den Wunsch von Menschen zu berücksichtigen, die in einem Kirchenraum die Verbindung zu ihrer Zeit und ihrer Lebenswelt erfahren möchten. Es geht um Zeitgenossenschaft. (siehe dazu die Ausführungen am Beginn des Abschnitts "1. Was ist eine Familienkirche?“).21

Wichtig ist es, in der Gestaltung eine gelungene ästhetische Beziehung zwischen 'altem‘ Raum und 'neuen‘ Elementen der Gestaltung herzustellen – eine klassische innenarchitektonische Herausforderung. 

In jedem Fall stellt die Einrichtung einer Familienkirche einen Eingriff in den bestehenden Kirchenraum dar, der sorgfältig geplant werden sollte: Erstellen Sie eine konkrete Raumplanung mit Skizzen (Grundriss, Aufriss), evtl. auch Fotos und Farbmustern, die gut veranschaulichen, wie der Kirchenraum verändert werden soll. 

Die Unterstützung durch Fachleute ist bei der Realisierung Ihres Vorhabens auf jeden Fall sinnvoll. Ästhetische und gestalterische Gesichtspunkte müssen mit Ihren pastoralen Vorstellungen und den Gegebenheiten des Raums in Einklang gebracht werden. Vertrautheit mit Einrichtungsstandards für öffentliche Gebäude, wie z. B. Brandschutzanforderungen für Raum und Material, sind unerlässlich. Erfahrungen mit Projektplanung, Logistik und Lieferzeiten sind zusätzlich von Bedeutung. Es ist erleichternd und inspirierend, sich an externe Fachleute zu wenden, die Kompetenz in den genannten Bereichen und Erfahrungen mit entsprechenden Projekten haben. Diese Fachleute können aus dem Bereich Innenarchitektur und -einrichtung, Messebau, Gestaltung, Grafik und Konzeption kommen. Gefragt ist eine Kombination verschiedener Kompetenzen mit einem Gespür Raum und Dramaturgie, Liturgie und Pastoral. 

Zur Zusammenarbeit mit Fachleuten berät Sie auf Wunsch der Fachbereich Lebensbegleitende Pastoral des Erzbistums Köln. Hilfreich ist auch sicher die Kontaktaufnahme zu anderen bereits realisierten Familienkirchen und die Berücksichtigung der dort gemachten Erfahrungen – vielleicht ergibt sich auf diese Weise auch eine 'Patenschaft‘ für Ihr Projekt. 

Sie dürfen von Fachleuten erwarten, dass Sie bei Erstellung Ihrer Raumplanung Farb-, Material-und Ausstattungsempfehlungen erhalten, die zum bestehenden Kirchenraum passen – ebenso wie Hilfe bei der Visualisierung in Skizzen oder Präsentationen, die Sie für den nächsten Schritt benötigen. 

4. Die Umsetzung in der Pastoralen Einheit

Für die Umsetzung ihres Projekts ‚Familienkirche‘ ist eine gute Kommunikation und Abstimmung innerhalb Ihrer Pastoralen Einheit und mit dem Erzbischöflichen Generalvikariat unerlässlich. Dazu ist die im vorherigen Abschnitt erwähnte Präsentation hilfreich. Zugleich kann diese Präsentation die Grundlage bilden für ein erfolgreiches und professionelles Werben um Spenden und Unterstützung.

Grundsätzlich ist eine Familienkirche im Rahmen der pastoralen Arbeit durch den Kirchenvorstand bzw. den Kirchengemeindeverband zu finanzieren. Spenden einzuwerben sowie Förderer und Sponsoren zu gewinnen kann zusätzliche Spielräume eröffnen und die Ressourcen vor Ort entlasten. Verschiedene kirchliche Stellen können um Förderung angefragt werden. Auch hier erhalten Sie Hinweise und Tipps durch den Fachbereich Lebensbegleitende Pastoral des Erzbistums Köln. 

Externe, nicht-kirchliche Quellen für Spenden und Sponsoring lassen sich im kommunalen und lebensräumlichen Umfeld gewinnen, besonders wenn die Ausrichtung der Familienkirche auf Offenheit und die Gewinnung neuer Sympathien für die christliche Glaubens- und Wertevermittlung abzielt. Kontakte des Kirchenvorstandes sind dazu sicherlich eine bewährte Möglichkeit.

Ihre Raumplanung muss abschließend mit dem Pfarrgemeinderat und dem Pastoralteam abgestimmt werden. Der Pfarrgemeinderat/gemeinsame Ausschuss sollte eine Empfehlung an den Kirchenvorstand bzw. den Kirchengemeindeverband aussprechen, der Umsetzung des Projekts grundsätzlich zuzustimmen.22

In der Regel wird die Gemeinde, deren Kirchenraum umgestaltet wird, einen besonderen Teil der Kosten tragen. Kirchenvorstand bzw. Kirchengemeindeverband benötigen zur Beschlussfassung eine Kostenschätzung. Anhand Ihrer erstellten konkreten Raumplanung sollten Sie diese vorab vorbereiten. Preise für Möbel und Ausstattungsgegenstände lassen sich relativ einfach recherchieren und da, wo Sie externe Fachleute in Anspruch nehmen wollen, fragen Sie das Angebot oder den Kostenvoranschlag eines Dienstleisters an. 

Alle Veränderungen im Kirchenraum sind grundsätzlich durch die bischöfliche Behörde zu genehmigen.23 Durch die Genehmigung werden im Fall des Falles auch denkmalschützerische Aspekte und urheberrechtliche Fragen geklärt. Der Kirchenraum als Werk der Baukunst und auch seine künstlerische Ausstattung unterliegt dem Urheberrecht, das auch nach dem Tod des Urhebers noch 70 Jahre fortbesteht. Wenn Sie sich bei der Umgestaltung des Kirchenraums für reversible Lösungen entschieden haben24, können Fragen des Denkmalschutzes25 und der Urheberschaft in der Regel einfach geklärt werden. 

Wir sind gespannt, wie es weitergeht.

Wir freuen uns, dass Sie am Thema "Familienkirche" interessiert sind und unterstützen Sie gerne.
Nehmen Sie Kontakt mit uns auf:
Erzbistum Köln | Fachbereich Lebensbegleitende Pastoral
Ursula Pies – ursula.pies-brodesser@erzbistum-koeln.de  

Text: Martin Degener, Diplom Theologe und Liturgiewissenschaftler