Zum Inhalt springen

Weihnachten in Greccio

Franziskus Weihnachten in Greccio

Franziskus lebte mit einigen Brüdern in den Höhlen eines Berges unweit der Stadt Greccio in Italien. Weihnachten war sein liebstes Fest und er nannte es das Fest der Feste. Franziskus dachte über die Geburt des Jesuskindes nach. "Ich wünschte, ich könnte für alle sichtbar machen, was damals geschehen ist", dachte er. "Sodass jeder mit eigenen Augen den armseligen Ort sehen kann, an dem das Kind von Bethlehem geboren wurde. Es war ja ein Stall und alles andere als ein Palast." Plötzlich strahlten seine Augen. Er wusste, was er tun musste... 
 Franziskus erzählte seinem Freund Johannes von seiner Idee. "Aber sage niemandem etwas. Es soll eine Überraschung werden." 

Am Heiligen Abend ging Johannes zu einem Bauern und fragte ihn: "Darf ich mir deinen Ochsen ausleihen? Bruder Franziskus braucht ihn heute Abend für etwas ganz Besonderes." "Für Bruder Franziskus kannst du alles von mir ausleihen", sagte der Alte. Und so bekam Johannes auch noch seinen Esel und eine Krippe mit Heu. Der Bauer wollte wissen, wofür Franziskus die Tiere brauchte, doch Johannes sagte nur: "Es ist ein Geheimnis und eine große Überraschung. Komm heute Nacht zur Mitternachtsmesse in die Waldkapelle, dann wirst du es schon sehen." 

Alle Menschen im Dorf und der Umgebung waren eingeladen. Die Neuigkeit verbreitete sich schnell in der ganzen Stadt. Eine Überraschung... heute Nacht... zur Mitternachtszeit in der Waldkapelle... Franziskus wird da sein. In der Nacht machte sich Jung und Alt auf den Weg und erleuchteten den Weg zur Kapelle mit Kerzen und Fackeln. Wie staunten sie, als sie in die Kapelle eintraten und die Überraschung sahen. In der Kapelle stand eine mit Heu gefüllte Krippe, und in der Krippe lag ein neugeborenes Kind, daneben standen die Eltern und weiter hinten waren Ochs und Esel zu sehen. Die heilige Messe konnte beginnen. Franziskus selbst sang das Weihnachtsevangelium. 

Danach hielt er eine Predigt: "So wie diese Eltern hier sich über die Geburt ihres Kindes freuen, so dürft auch ihr euch freuen, dass Jesus geboren worden ist. Gott hat uns Menschen so lieb, dass er uns Jesus geschickt hat, um uns Menschen zu retten. Dieser Jesus hat uns gezeigt, dass Gott als kleines Kind zu euch gekommen ist. Wie ihr vor einem Kind keine Angst zu haben braucht, so braucht ihr auch vor Gott keine Angst zu haben. Gott hat uns Menschen gern. Das möchte uns die Geburt dieses Kindes zeigen." 

Alle waren ganz begeistert von der schönen Feier in Greccio. So hatten die Menschen Weihnachten noch nie gefeiert. Seit dieser Weihnachtsfeier – so sagt man – gibt es in unseren Kirchen zur Weihnachtszeit die Krippendarstellungen. Sie erinnern uns an die Liebe Gottes zu uns Menschen.